Namibia erleben

Geld abheben

Wenn wir nichts erleben würden, hätten wir nichts zu erzählen. Aber wir haben natürlich etwas zu erzählen; und zwar schon an unserem ersten Tag in Namibia, genauer gesagt den ersten Stunden.

Mit der VISA-Card können wir weltweit kostenlos Bargeld abheben. So weit so gut. Dazu muss das mit den ATM (Geldautomat) aber auch funktionieren. Am Flughafen funktionierte der Automat der Bank of Windhoek allerdings nicht. Nach PIN und Wahl der Geldmenge passierte … nichts. Andere Touristen meinten, dass sei normal. War bei ihnen auch so. Man muss dann eben in der Stadt in einem größeren Center mal schauen. Da gibt es auch andere Banken …

Übernahme des Mietwagens läuft über Kreditkarte. Also los in den Stadtverkehr und gleich noch das Center mit den vielen Automaten suchen bevor wir in die Unterkunft fahren. Den Feierabend-Linksverkehr hat Frank ganz gut mit dem „Panzer“ gemeistert. Das Center mit den vielen Automaten haben wir auch sofort entdeckt. Zuversichtlich gings ins Parkhaus – noch haben wir kein Geld es zu bezahlen 😉

Alles ganz leicht. NEDbank ist uns von den Recherchen ein Begriff. Vier weitere Banken werben auch um unsere Gunst. Trotzdem, wir gehen zur NEDbank. Noch bevor wir uns richtig betuen können, spricht uns ein dunkelhäutiger (was auch sonst) Mann mit weißem Shirt an und meint, dass diese Bank keine internationalen Transfers ermöglicht, wir sollen ihm folgen zum richtigen Automaten. HÄ?! Hm, naja. Er bringt uns zum ATM der Bank of Windhoek (hatte am Flughafen ja nicht funktioniert). Und die tolle Erklärung: Man muss eine connect-Taste drücken, wenn man die Karte einschiebt. Nachdem er unsere Karte haben will, aber nicht bekommt, führt er das gleich mal mit seiner Karte vor… Wir drehen uns um und gehen zurück zum ersten Automaten. Schon steht da wieder so ein Dunkelhäutiger mit weißem Shirt vor uns und erklärt, dass der Automat nicht funktioniert (dabei zeigt das Display, dass er den PIN eingeben soll). Der Bedienstete der NEDbank, tut auch nicht der Gleichen. Also zurück zu einem anderen Automaten. Dort stellen wir uns hinter zwei Frauen an. Als wir dran sind ist da wieder ein anderer Typ (ja, dunkelhäutig, weißes Shirt) und erzählt auch, dass wir für internationale Transfers zu einem der anderen 2 ATMs müssen. Also ok. Gehen wir halt zu dem daneben. Die aufdringliche Hilfe lehnen wir aber ab, die Karte geben wir nicht aus der Hand und den PIN brauchen die ja nicht zu sehen. Trotz der vielen Ratschläge: Fehleranzeige auf dem Display ?!?! HM, wir werden von dem ersten oder 2. dieser Männer wieder zum ATM der Bank of Windhoek begleitet und zum Drücken der „Connect“-Taste überredet – lehnen aber weiterhin jegliche Hilfe ab. Wir bekommen tatsächlich Geld (allerdings max. nur 2000 NAD). Von den Männern keiner mehr zu sehen. Ich muss erstmal in den Arm genommen werden!

Nächste Überlegung: Wir könnten ja vielleicht mit der anderen Kreditkarte noch etwas Geld abheben – aber nicht an diesem Automaten! Wir schauen nochmal zur NEDbank. Es gibt dort ein VISA-Symbol!!! und plötzlich steht da jemand mit „Warn“weste und Funkgerät neben uns – vom Centermanagement. Auf unsere Frage, was denn das Problem sei, werden wir gefragt, ob wir unsere Kreditkarte hätten und dies die richtige sei. Ja, soweit alles ok. Dann sind sie schon zu dritt. Wir müssten mitkommen, weil man uns wahrscheinlich betrügen wollte, das hätten sie auf den Überwachungskameras gesehen … 2 Männer hätten sie gefasst, … Wem soll man denn hier noch glauben?!
Wir gehen mit, schauen uns die Videos an, wo man sieht, dass da einer der 3 oder 4 Männer wahrscheinlich einen Automaten manipuliert hat und warten bis die Polizei kommt. Es wird derweil dunkel … Wir erklären alles noch mindestens drei Mal. Die erste Kreditkarte lassen wir vorsichtshalber sperren, noch sind keine Abbuchungen getätigt worden. Glück gehabt!

Wir bekommen sogar noch Wasser zu kaufen und weiteres Bargeld am ATM der NEDbank 😉
Windhoek haben wir uns dann nicht mehr angeschaut, sondern sind nur noch in die Pension. Dort hat man schon auf uns gewartet und sich bei unserem Reisebüro in Dresden erkundigt, wo man uns suchen müsse.

Fazit: Hoch leben die Überwachungskameras, man merkt sofort, wenn wir mal irgendwo nicht ankommen sollten und Joe’s Beerhouse hat leider 2 Gäste weniger an diesem Abend.

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